Mozartnacht
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Mozart von seiner menschlichen Seite

VON ALEXANDER KLEINSCHRODT, 04.09.06, 07:12h

Rund um St. Germanus erwartete die Zuhörer ein abwechslungsreicher Musikabend zum Mozart-Jahr.

Wesseling - „Mit dem heutigen Programm bin ich sehr zufrieden. Ich glaube, das wird ein spannender Abend“, sagte Helmut Ritter vor Beginn der Mozart-Nacht in Wesseling. Ritter ist nicht nur Leiter des Kammerchores Cantamus, der diesen Abend mitgestaltete, er hatte auch die Idee zu dem ungewöhnlichen Konzertprojekt, das im Rahmen der Reihe „Musik an St. Germanus“ und in Zusammenarbeit mit der Stadt Wesseling stattfand.

Der Auftakt des dreiteiligen Abends war ganz Mozarts sakraler Musik gewidmet; die neuromanische Kirche St. Germanus gab hierfür den richtigen Rahmen. Da im Jahr von Mozarts 250. Geburtstag Aufführungen seiner Musik wahrlich keine Seltenheit sind, erklangen diesmal eher unbekannte Werke der Kirchenmusik des Salzburger Komponisten. Sie wurden gesungen von einem eigens für diese Aufführung gegründeten Projektchor, ebenfalls unter Leitung von Helmut Ritter. „Wir haben uns bemüht, Mozart in seiner Vielfalt zu zeigen, und das nicht nur anhand seiner berühmtesten Musik“, erklärte er sein Konzept.

Teil zwei folgte sogleich im Pfarrsaal von St. Germanus. Zunächst spielte ein nicht immer ganz intonationssicheres Streichsextett Mozarts berühmte Kleine Nachtmusik, jedoch mit einer überraschenden Wendung, denn einen der instrumentalen Sätze übernahm der Kammerchor Cantamus. Chorleiter Ritter griff hierfür auf ein Arrangement der in den sechziger Jahren populären Swingle Singers zurück. Es folgten Ausschnitte aus Mozarts Opern „Don Giovanni“ und „Die Zauberflöte“, gesungen vom MGV Wesseling unter der Leitung von Peter Mehl.

Zu später Stunde wechselte das Publikum in das nahegelegene Rheinforum. Während vor den Fenstern beleuchtete Flussschiffe vorbeizogen, setzten der Schauspieler Christian Ingomar und der Pianist Ulrich Kisters einen amüsanten Kontrapunkt an den Schluss des Programms. „Mozart in Briefen“ hieß ihr Beitrag, bei dem Ingomar aus Briefen des 21-jährigen Mozart an seine Cousine vorlas, in denen sich der oft als „Götterliebling“ verkitschte Komponist mit groteskem und derbem Humor von seiner menschlichen Seite zeigt. Ingomar rezitierte, kommentierte und erläuterte, während Ulrich Kisters mit herrlichen schrägen Improvisationen über Mozart-Melodien für passende Überleitungen sorgte.